Erste Eindrücke

In der Zwischenzeit habe ich mich mal ein wenig mit Moodle und Mahara beschäftigt.

Mahara scheint ganz interessant zu sein. Scheinbar ist eine der Hauptfunktionen, sogenannte Views zu erstellen. Das Prinzip funktioniert folgendermassen: Ich erstelle in Mahara irgendwas oder lade es hoch. (Blog / Textdokument / Bild / File / …) Dann kann ich diese Daten beliebig zu Views zusammengruppieren. Diese Views schalte ich dann für einige Benutzer frei. Gibt schon Anwendungssituationen dafür. Zum Beispiel könnte ich ja speziell für eine Lerngruppe (sagen wir mal, Mathe-Fachdidaktik) eben gerade nur genau die Informationen zusammenstellen, die genau diese Lerngruppe interessiert. Dann muss sich keiner mehr ewig durch Daten wühlen, sondern bekommt von mir genau die Daten die ihn (zu) interessieren (haben.) Klingt recht praktisch. Was jetzt natürlich noch fehlt, ist eine Anwendungssituation, in der ich wirklich einmal damit arbeite. Probieren geht über studieren…

In Moodle habe ich noch nicht so recht erkannt, wofür man es genau alles nutzen kann. Die Frage, die ich mir stelle, ist: Was genau kann Moodle eigentlich, was ein ganz normaler Webspace nicht kann? Sprich, wo sind die grossen Vorteile von Moodle gegenüber „Wir laden alle Dateien auf eine herkömmliche Webspace hoch und jeder kann sie passwortgeschützt wieder runterladen und zusätzlich bieten wir noch ein Forum an“? Okay, einen kleinen Vorteil kenne ich schon: Man kann die Leute in Moodle Tests schreiben lassen. Aber ich bin optimistisch, dass es noch weitere gibt und ich sie nur noch nicht kenne.

Ansonsten schwebt mir schon so langsam eine Idee vor, was ich gerne implementieren würde: Eine Mathe-Lernumgebung fürs Rechnen! Also für Bruchrechnung, Rechnen mit Kommazahlen etc. Die Schüler werden getestet, wie gut sie die jeweiligen Rechenarten beherrschen, und je nach Beherrschung werden automatisch leichtere oder schwierigere Aufgaben gestellt. Dafür müsste ich aber einen Aufgabengenerator programmieren. Und dafür bräuchte es Zufallszahlen bzw. irgendeine Möglichkeit, als Kursersteller selbst zu programmieren. Meine grosse Frage beim Studium von Moodle ist nun: Stellt mir Moodle irgendwelche Hilfs-Tools dafür zur Verfügung, so dass es leichter für mich ist, ein solches Projekt mit Moodle zu realisieren, als einfach in PHP selbst zu programmieren? Eigentlich sollten ja viele der von mir für ein solches Projekt benötigten Bausteine auch für andere nützlich sein, und vielleicht hat jemand schon etwas Entsprechendes in Moodle implementiert? Bin mal gespannt…

 

Und los gehts…

Endlich komme ich dazu, mich mal hinzusetzen und etwas für Link zu tun.

Gerade bin ich noch ziemlich am Anfang. Vor mir liegt das Plakat, das wir in der ersten Präsenzveranstaltung ausgeteilt bekommen haben. In der Mitte steht „Internet“ und rundherum die Webprojekte Mahara, Moodle, WordPress, Diigo, delicious, iGoogle und Ilias. Alles für mich noch böhmische Dörfer, wie meine Oma jetzt sagen würde. Klar, von Moodle habe ich schon viel gehört, und für Mathe-Fachdidaktik war ich schon öfter auf Ilias unterwegs. Und was ein Blog ist, sagt mir auch was. Aber bis jetzt habe ich im Grossen und Ganzen noch keine Ahnung, was da auf mich zukommt.

Liegt vielleicht auch daran, dass ich irgendwann begonnen habe, diese ganze Web2.0-Geschichte kritisch zu sehen. Der erste Schockmoment für mich war vor etlichen Jahren, als ich mitbekam, dass andere sehen, auf welchen StudiVZ-Seiten ich so unterwegs bin. Noch mal, soll das also heissen, ich surfe anonym und fühle mich sicher vor dem heimischen Rechner, und auf einmal wundern sich lauter Leute von früher, die man offiziell gar nicht mehr kennen will, was man auf ihrer Page macht? Nicht gut. Da weiss man gar nicht mehr, ob man jetzt vor dem eigenen Rechner beobachtet ist oder nicht.

Na ja, okay, einige Jahre lang war ich trotzdem recht unvorsichtig damit, Spuren im Netz zu hinterlassen. Gibt’s nicht zu der Frage, die mich gerade beschäftigt, irgendein Forum, wo irgendwelche Freaks seit Jahren schon dieses Thema diskutieren? Die klare Antwort war immer: Ja! Es gibt zu jedem denkbaren Thema ein Forum im Internet. Und immer gibt es eine Community, die das Thema seit Jahren diskutiert und nichts anderes im Kopf hat. Und nie wurde man dort nett behandelt. Meines Erachtens scheint es eine spezielle Sorte von Freaks zu geben, die sich ein Vergnügen daraus machen, unwissende Leute im Netz fertig zu machen und blosszustellen. (Kennt ihr folgendes Phänomen? Ihr googled eine Frage, die ihr euch stellt. Dann findet ihr ein Forum, wo sich jemand die gleiche Frage gestellt hat. Anschliessend findet ihr zwanzig Beiträge, in denen der Fragesteller heruntergeputzt wird, dass er dumm ist und wie er sich überhaupt eine solche Frage stellen kann und wieso er nicht einfach gegoogled hat. Und im 21. Posting macht sich vielleicht doch mal einer die Mühe, die Frage zu beantworten.) Meine Theorie ist, dass solche Leute deswegen so viel im Netz schreiben, weil im echten Leben einfach keiner ihre Meinung hören will 😛 Um Marc-Uwe Klings Känguru zu zitieren: „Das Gute am Internet ist, dass hier jeder offen seine Meinung sagen kann. Das Schlechte ist, das es auch jeder tut.“ …

… und was tue ich hier gerade? Selbst nen Vortrag halten, der so lang wird, dass mir im echten Leben vielleicht keiner so lange zugehört hätte. Und wunderbar vom Thema abkommen und über das Netz philosophieren, obwohl ich doch eigentlich anfangen wollte, etwas für LINK zu tun. Okay, genug davon, jetzt melde ich mich mal bei WordPress an und sende diesen Eintrag ab. Jedenfalls nicht unter irgendeinem Namen, unter dem mich jemand findet. (Meine Frau hat nach einem Forenpost von mir, dessen Inhalt ich ihr schilderte, satte 2 Minuten gebraucht, um herauszufinden, in welchem Forum es war und wie dort mein Benutzername ist! Ich bin schwer gespannt, wann der erste Schüler ankommt und sagt: „Haha, Herr X., ich habe Ihren Blog gefunden, war gar nicht so schwer, und weil Sie darüber philosophiert haben, wie leicht es ist, im Netz Leute zu finden, sage ich Ihnen mal, dass Sie Recht haben…“) Netterweise fängt WordPress übrigens gleich so an, mir meinen kompletten Vor- und Nachnamen als Blognamen vorzuschlagen, weil es ihn aus meiner Mail-Adresse generiert hat. Beruhigend…